15
Dez

Nachdem wir uns vor einiger Zeit ausführlich mit dem Motorola Milestone beschäftigt haben folgt nun der direkte Vergleich mit dem neuen, lange erwarteten Nokia N900.
Aus vielen Beiträgen und Anfragen weiss ich, dass die Kaufentscheidung zwischen diesen beiden Geräten sehr schwer fällt.

Ein Vergleich kann nur subjektiv sein, da das Nutzungsverhalten von Benutzer zu Benutzer unterschiedlich ausfällt. Die einen legen mehr Wert auf den Komfort des Browsers, die anderen auf die Klangqualität bei Musik etc.
Im Vergleichstest werde ich auf die wesentliche Dinge eingehen und dafür Punkte verteilen. Hierbei ist “1″ der schlechteste und “10″ der beste Wert.

Verarbeitung:
Beide Geräte sind absolut hochwertig verarbeitet und das fühlt man auch, sobald man sie in der Hand hält. Nichts wackelt oder knarzt. Auch ein Fall vom Tisch können beide Geräte ohne Probleme aushalten (bitte nicht absichtlich testen, ich übernehme keine Verantwortung). Die Slider sind sowohl beim N900 als auch beim Milestone sehr gut.
Es gibt jedoch einige Berichte von Milestone Nutzern, bei denen es auf der Rückseite des Sliders Kratzer gegeben hat. Ich kann das soweit bestätigen. An dieser Stelle ist jedenfalls bei mir von Werk aus eine Folie angebracht, so das es nicht weiter stört. Angeblich, laut Auskunft von Motorola, kann man die Folie aber entfernen. Aufgrund der evtl. entstehenden Kratzer würde ich jedoch davon abraten.

Punkte:
Motorola Milestone: 9
Nokia N900: 10

Tastatur:
Das Motorola Milestone ist das dünnste Smartphone mit Slider auf dem Markt. Kaum zu glauben, dass darunter eine Tastatur ist. Beim Nokia N900 lässt sich der Slider durch die Bauweise kaum verschweigen, es ist wesentlich dicker.

Schiebt man das Milestone auf wird einem schnell klar warum es so dünn ist. Die Tastatur ist sehr flach, erinnert ein wenig an eine Folientastatur. Die Tasten liegen sehr eng zusammen und recht befindet sich ein üppiges Steuerkreuz. Das blinde tippen fällt auf der Tastatur schwer, auch wenn der Druckpunkt für mein Empfinden gut definiert ist. Umlaute können auf der Tastatur nicht direkt erreicht werden, ausserdem fehlt eine separate Reihe mit den Zahlen.
Die Tastatur des N900 hingegen ist gewölbter und etwas größer. Auch wenn die Tasten genau wie beim Milestone eng aneinander liegen, ist das Tippen wesentlich bequemer auf dieser Tastatur. Weiterhin sind Umlaute ohne Umwege zu erreichen, für mich persönlich sehr gut. Die Leertaste ist hingegen etwas eigenartig platziert, diese sitzt nicht in der Mitte sondern rechts. Wenn man sich daran gewöhnt hat sind keine Schwierigkeiten zu erwarten. Ein Steuerkreuz gibt es nicht, lediglich zwei Tasten für links bzw. rechts. Wie schon beim Milestone gibt es auch hier keine separaten Tasten für Zahlen.

Punkte:
Motorola Milestone: 4
Nokia N900: 8

Display:
Die Displayauflösung des Motorola Milestone beträgt 854×480 Punkte. Auf dem riesigen 3,7 Zoll Display macht dies einen fantastischen Eindruck. Die Darstellung ist extrem scharf und farbenfroh. Das Milestone verfügt über einen kapazitiven Touchscreen, der bereits bei leichter Berührung mit dem Finger reagiert.
Das Nokia N900 besitzt ein 3,5 Zoll Display mit einer Auflösung von 800×480 Punkten. Im Vergleich zum Milestone tut sich im Bezug auf Schärfe und Farbdarstellung nichts. Ich empfinde beide für gleichwertig. Im Gegensatz zum Milestone hat das N900 einen resistiven Touchscreen. Dieser lässt sich aber durchaus angenehm mit den Fingern bedienen, auch wenn ein Stylus zum N900 mitgeliefert wird.

Punkte:
Motorola Milestone: 10
Nokia N900: 8

Gesprächsqualität:
Der Gesprächspartner ist beim Motorola Milestone ausgezeichnet zu verstehen. Die Gegenseite bestätigt eine gute, verständliche Sprachqualität. Der Lautsprecher des Milestone ist sehr laut, so das eine Verständigung auch beim freisprechen ohne Probleme möglich ist. Beim Nokia N900 bietet eine ausgezeichnete Sprachqualität, sowohl beim Endgerät als auch beim Gesprächspartner. Die Lautsprecher (es sind zwei, stereo) klingen sehr gut, wenn auch nicht ganz so laut wie beim Milestone.

Punkte:
Motorola Milestone: 9
Nokia N900: 9

Qualität als MP3-Player:
Getestet wurden beide Geräte sowohl mit den mitgelieferten, als auch mit iPhone in Ear Kopfhörer. Das Nokia N900 überraschte mich hier sehr. Es überzeugt sowohl mit den mitgelieferten, als auch dem iPhone Kopfhörer. Kräftige Bässe, kristallklarer Klang, das ist absolute Spitze. An dieser Stelle möchte ich einen Vergleich zum iPhone ziehen, da es der Klassenprimus ist. Das N900 klingt auf keinen Fall schlechter, für meinen Geschmack sogar besser.
Das Motorola Milestone fällt an dieser Stelle deutlich zurück. Mit dem iPhone Kopfhörer ist der Klang trotz allem recht gut. Für jemanden der nur ab und zu Musik hört ist das in Ordnung.

Punkte:
Motorola Milestone: 5
Nokia N900: 10

Kamera:
Sowohl das Motorola Milestone als auch das Nokia N900 besitzen eine 5 Megapixel Kamera mit Dual-Blitz. Die Linse beim N900 wird zusätzlich durch einen kleinen Schieber geschützt. Das 5 Megapixel nicht gleich 5 Megapixel sind wissen wir alle und genau das kann man auch anhand der beiden Testfotos erkennen. Das Milestone macht ziemlich verwaschene, dunkle Aufnahmen. Das reicht wirklich nur für Schnappschüsse, die nicht mehr weiterverwendet werden sollen. Das N900 macht hier die bessere Figur. Die Bilder sind scharf und die Farben kräftig.
Das erste Bild stammt vom Milestone, das zweite vom N900.

Punkte:
Motorola Milestone: 4
Nokia N900: 9

Betriebssystem:
Hier setzt das Motorola Milestone auf Android 2.0 und das zur Zeit als einziges Gerät. Das System ist ausgereift und stabil, es gibt mittlerweile unzählige (über 10000) Programme für alle möglichen Anwendungen. Die Oberfläche lässt sich komplett personalisieren (Widgets). Beim wechseln zwischen den einzelnen Bildschirmen kann man ein leichtes ruckeln verspüren. Dies soll aber mit Android 2.0.1 auch der Vergangenheit angehören. Android unterstützt Multitasking, die Verwaltung der laufenden Programme ist aber meiner meiner nach recht umständlich.
Das Nokia N900 setzt auf MAEMO 5, welches auf Linux basiert (Android übrigens auch). MAEMO selber gibt es in älteren Versionen schon einige Jahre und ist daher auch absolut stabil. Das wechseln zwischen den Bildschirmen ist absolut flüssig, auch 30 gleichzeitig laufende Programme zwingen das N900 nicht in die Knie. Laufende Programme werden in einer Miniaturansicht gezeigt und können bequem angewählt bzw. beendet werden. Auch MAEMO 5 unterstützt das personalisieren der Oberfläche mit Widgets. Großes Manko ist zur Zeit noch die mangelnde Verfügbarkeit von Programmen (ca. 100).

Punkte:
Motorola Milestone: 9
Nokia N900: 7

Akku:
Hier trifft man im Internet bei beiden Geräten immer wieder auf die unterschiedlichsten Zahlen. Bei meinem Test habe ich bei gleichermaßen verwendet. 9 Stunden Exchange-Push am Tag aktiv, 1 Stunde MP3, 1 Stunde surfen, 1 Stunde spielen. Keine Programme im Hintergrund.
Das Motorola Milestone hielt dabei 2 Tage durch, das Nokia N900 gut 3 Tage. Ich finde beide Werte für solche Geräte absolut in Ordnung.

Punkte:
Motorola Milestone: 6
Nokia N900: 8

Besonderheiten:
Statt der Aufstellung aller technischen Daten, die man zu tausenden im Internet findet, gehe ich kurz auf die Besonderheiten der beiden Geräte ein.
Das Motorola Milestone unterstützt wie z.B. auch das iPhone, Multitouch. Im Browser, wie auch bei Bildern kann man mit Gesten die Darstellung ganz einfach vergrößern und verkleinern. Google bietet, offiziell im Augenblick nur in den USA, ein hauseigenes Navigationsprogramm an. Mittlerweile sind im Internet auch Anleitungen verfügbar, wie man Google Navigation auch in Deutschland nutzen kann. Die Software ist kostenlos, benötigt aber eine permanente Internet Verbindung.
Das Nokia N900 besitzt einen FM-Empfänger und einen sehr üppigen Speicher von 32GB, der mittels Speicherkarte bis auf 64GB erweitert werden kann. Der Browser des N900 ist im Augenblick das beste was man bekommen kann. Schnell, flüssig und sogar mit voller Flash-Unterstützung kann dieser trumpfen.

Fazit:
Ich möchte, trotz der scheinbar eindeutigen Punktzahl, keine Empfehlung für eines der Geräte aussprechen. Beide Geräte sind absolut empfehlenswert und es liegt am jeweiligen Nutzer, welche Features die wichtigen sind.

Punkte:

Motorola Milestone: 56
Nokia N900: 69

Wenn Fragen aufgekommen sind, dann schreibt einfach. Ich werde so schnell wie möglich antworten.

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30
Nov

Das Motorola Milestone ist zur Zeit eines der heiss begehrtesten Smartphones auf dem Markt. Zu recht wie ich finde. Das Milestone, von vielen auch liebevoll Steinchen genannt, wartet mit technischen Daten auf, die seines gleichen suchen.

Ein 3,7 Zoll Touchscreen unter dem sich eine vollständige QWERTZ-Tastatur verbirgt, 5 Megapixel Kamera mit Dual Flash, HSDPA, HSUPA, Kompass, WLAN und ein GPS-Empfänger gehören zur üppigen Ausstattung. Weiterhin besitzt das Milestone Multitouch, welches auch vom Browser oder auch der Mediengalerie unterstützt wird.
Als erstes Smartphone setzt das Milestone auf Android 2.0 (Eclair).  Angetrieben wird es von einem Arm Cortex A8 Prozessor mit 550 Mhz, welcher auch beim iPhone 3Gs und Palm Pre zum Einsatz kommt.

Verarbeitung:

Hält man das Milestone zum ersten mal in der Hand kommt mit höchster Wahrscheinlichkeit ein Laut wie “Ui” aus dem Mund.
Die Verarbeitung ist erstklassig und sehr hochwertig. Nichts knarzt, keine scharfen Kanten. Wer in diesem Moment an den Slider denkt irrt auch hier, denn dieser sitzt bombenfest. Das auf- und zuschieben
des Sliders geht relativ stramm, stört aber in keiner Weise. Motorola hat bei der Verarbeitung alles richtig gemacht, da können andere Hersteller noch von lernen.

Display:

Mit 3,7 Zoll Diagonale und einer Auflösung von 854×480 Pixel (WVGA) gehört es zu den Top-Geräten. Die Darstellung ist messerscharf und die Farben sehr natürlich. Das Display lässt sich problemlos aus
unterschiedlichen Betrachtungswinkeln ablesen und auch im Freien lässt es sich sehr gut nutzen. Das Display ist aus Glas und die Empfindlichkeit ist wie beim iPhone sehr hoch.
Das Milestone hat einen Lagesensor, der für das automatische Umschalten zwischen Hoch- und Querformat zuständig ist. Dies geschieht sehr schnell und zuverlässig. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen,
dass die Anzeige des Homescreens im Querformat nur mit aufgeschobener Tastatur möglich ist.

Tastatur:

Schiebt man den Slider auf kommt eine vollständige QWERTZ-Tastatur zum Vorschein. Diese besteht aus 3 Reihen und einem großen D-Pad.

Die Tasten sind relativ flach und zwischen den Tasten ist kaum ein Abstand. Ein blindes tippen erfordert ein wenig Übung, danach geht es aber recht schnell. Der Druckpunkt ist klar definiert und sehr gut.
Ob das D-Pad nötig ist oder nicht, darüber kann man sicherlich streiten. Man kann damit den Cursor bewegen, Umlaute auswählen und so weiter. Jedoch kann man dies auch über den Touchscreen machen.
Die einen werden das D-Pad lieben und die anderen sich über den verschenkten Platz ärgern. Persönlich nutze ich das D-Pad regelmäßig.

Audio:

Das Milestone verfügt auf der Oberseite über eine 3,5 mm Buchse für handelsübliche Kopfhörer. Der Klang über die mitgelieferten Kopfhörer ist gut aber nicht überragend. Hier empfehle ich Kopfhörer vom
iPhone oder von Koss. Damit ist der Klang ausgezeichnet. Auf der Unterseite befindet sich der Lautsprecher, dieser ist – episch. Selbst bei höchster Lautstärke verzerrt er nicht, Klingeltöne sind unter allen Verhältnissen gut zu hören und klingen kristallklar. Für mich die besten Lautsprecher die ich bislang in einem Smartphone hatte.
Die Klangqualität beim telefonieren ist ebenso absolute Spitze. Motorola setzt hierzu eine Technologie Namens “Crystal Clear” ein. Diese Technologie trägt den Name zu recht. Die Gesprächspartner
bestätigen einen sehr guten, natürlichen Klang.

Kamera:

Die Qualität bei Tageslicht geht absolut in Ordnung. Wie bei den meisten Kameras in Handys und Smartphones macht auch hier die Dunkelheit zu schaffen. Ich empfehle jeden, der sich für die Kamera
und deren Möglichkeit interessiert, sich diesen Testbericht anzusehen. Hier geht es ausschließlich um die Kamera des Milestones.

GPS:

Auf der beiliegenden 8GB SD-Karte ist die Navigationssoftware MotoNav installiert. Dies ist eine Testversion die für 60 Tage gültig ist. Der anschließende Preis für den Erwerb steht noch nicht fest.
Weiterhin ist es nun möglich die Google Navigation auch in Deutschland zu nutzen. Dazu muss noch eine angepasste Maps-App installiert werden. Hierbei handelt es sich um eine Offboard-Lösung,
so das eine permanente Datenverbindung nötig ist. Google´s Navigation ist dafür kostenlos und funktioniert sehr gut.
Der GPS-Empfänger findet den Standort in wenigen Sekunden und arbeitet sehr genau. Selbst in der Wohnung ist ein GPS-Signal zu empfangen.

Akku:

Ein großes Manko bei solchen Geräten besteht meist in der Laufzeit. Angaben die man nachlesen kann, sind meist theoretischer Natur. Daher habe ich die Laufzeit anhand eines praktischen Tests
ermittelt.
Einstellungen am Milestone: 3G immer aktiv, Beleuchtung auf automatisch, Push mit Exchange immer aktiv.
30 Minuten telefonieren, 5 SMS, 30 Minuten surfen, 30 Minuten Video schauen. Dazwischen etwas gespielt, Kalender nachgesehen, Programme installiert.
Bei dieser Nutzung hält der Akku etwa 1,5 – 2 Tage. Das finde ich persönlich ein guter Wert.

Geschwindigkeit:

Wer vor dem Milestone bereits ein Gerät mit Android besaß oder noch eins besitzt, wird einen gewaltigen Geschwindigkeitsschub erleben. Tippt man ein Programm an, so wird es ohne Verzögerung
gestartet. Das gilt auch z.B. für Google Maps. Die Bedienung innerhalb der Programme ist auch flüssig.
Lediglich beim wechseln zwischen den drei Homescreens kann es minimal ruckeln. Dies ist aber durch Android 2.0 bedingt und keineswegs durch das Milestone.

Fazit:

Das Motorola Milestone trägt seinen Namen zu recht. Man muss lange suchen um überhaupt etwas negatives zu finden. Für einige könnten das Tastatur und/oder Kamera sein.
Alles andere an diesem Gerät ist einfach gelungen und es macht riesigen Spaß damit zu arbeiten.

+ Verarbeitung
+ Display
+ Multitouch
+ Klangqualität
+ Geschwindigkeit

- Kamera

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